Das
praxisphilosophische Projekt
Das praxisphilosophische
Projekt zielt darauf, die Quintessenz der großen europäischen Denklinie der
Philosophie der Praxis zu vergegenwärtigen und in einer
kreativen Wendung als eine zeitgemäße Philosophie und Wissenschaft
gesellschaftlicher Praxis, als Konkrete Praxisphilosophie neu zu begründen. Von da wird
insbesondere die Wiederaufnahme und zugleich Überschreitung der klassischen
Kritik der politischen Ökonomie,
die Entwicklung des Konzepts einer
Sozialwirtschaft als Alternative zur Kapitalwirtschaft,
zu einem zentralen Thema. Alle Überlegungen sind verknüpft
mit dem theoretischen und praktischen Ziel, eine positive
gesellschaftliche Alternative,
letztlich für alle Bereiche und Dimensionen
gesellschaftlicher Lebenswirklichkeit und menschlicher Lebensäußerung, zu
entwickeln und dafür zu streiten. Der Begriff einer demokratischen
Wirtschaftsgesellschaft, die auf sozialwirtschaftlicher Grundlage
möglich erscheint, umschreibt das Ziel. Dieses ist verbunden mit einem
Gegenkonzept zur heute noch dominierenden Praxis der neoliberalen
Globalisierung, mit der Idee einer möglichen paritätischen
Mondialisierung.
Die Wiedergewinnung der
Quintessenz der utopisch-kritischen Philosophie und Wissenschaft, deren
Neubegründung im Sinne einer Konkreten Praxisphilosophie,
erfordert weitgespannte
theoriegeschichtliche Sondierungen und
Auseinandersetzungen: Angelpunkt ist das in der Marxschen
Theorie-Praxis-Konzeption enthaltene Novum, jene Wendung zur Verweltlichung
und Verwirklichung der Philosophie, mit der ein entscheidend erweiterter
menschlicher Realismus in die Welt kam. Mit den hier ursprünglich gewonnenen
Denkmitteln erschloss sich die vorhergehende und nachfolgende Gesellschafts-
und Denkgeschichte neu und auf eine Weise, hinter die nicht mehr
zurückgegangen werden kann, ohne Realitätssinn und Zukunftshoffnungen zu
verlieren. Aber ebenso ist Marx ein Kind seiner Zeit und muss der
traditionelle Marxismus in einer zeitgemäßen Philosophie und Wissenschaft
gesellschaftlicher Praxis überschritten werden.
Konstitutionstheorie gesellschaftlicher Praxis
Um einen ersten
Anhaltspunkt zum Verständnis des Vorhabens zu vermitteln, könnte gesagt
werden, daß aus einer Synthese von philosophischen und theoretischen
Elementen, die wesentlich auf das
Marxsche Praxiskonzept und
Blochs Konkrete Utopie
verweisen, eine erweiterte Realitätskonzeption und damit verbundene
konkret-utopische Wissenschaftlichkeit erwachsen soll. Die
Kernaussagen dieser Realitätskonzeption sollen im Sinne einer modernen
Konstitutionstheorie
gesellschaftlicher Praxis formuliert werden.
Konstitutionstheorie
vereinigt Gesichtspunkte, die traditionell als Ontologie, philosophische
Anthropologie, Geschichtsphilosophie, Ethik usw. auseinanderfallen. Die
Konstitutionstheorie der Praxis,
die notwendigerweise eine spezifische Erkenntnistheorie und Geistphilosophie
beinhaltet, gilt hier überhaupt als Grundlagentheorie der
Gesellschaftswissenschaften. Mit dieser Grundlagentheorie sollen zugleich
schlechte Gebietstrennungen zwischen Gesellschafts- und Naturwissenschaften
aufgehoben und die naturphilosophischen oder auch ökologietheoretischen
Implikationen des Praxiskonzepts fassbarer werden.
Die Entwicklung der
Erkenntnistheorie der Praxis erfordert die Überschreitung des klassischen
marxistischen Horizonts. Bezugspunkte zur moderneren Sozialtheorie sind vor
allem mit G.H. Meads Theorie der gesellschaftlichen Handlung und Genesis der
Geistes gegeben. Wichtige Korrespondenzen erwachsen aus der Diskussion
zwischen Marxismus und Phänomenologie bzw. Interaktionismus einerseits, den
Bezügen zwischen dem Praxiskonzept und dem Pragmatismus andererseits. Auch
die weitgespannte Hegel-Marx- und Dialektik-Debatte bleibt relevant.
Die Konstitutionstheorie
der Praxis geht davon aus, dass Praxis in allem eine gelebte Einheit von
Mensch und Natur ist. So sind beispielsweise die verkrampften Versuche
zurückzuweisen, die Dialektik auf
das Gesellschaftliche im engeren Sinne zu beschränken,
Gesellschaftstheorie und
Naturwissenschaft zu separieren oder
Ökonomie und Ökologie zu
trennen. Der Ansatz führt letztlich zu einer Neubestimmungen hinsichtlich
der Einheit des Gegenstandes der Natur- und Gesellschaftswissenschaften, zu
einem spezifischen
geistphilosophischen und naturphilosophischen Ansatz, der in
neuartiger Weise an Hegels Logik und
Dialektik sowie an das Blochsche Rätselwort von einem
Logikon der Materie
oder auch Natursubjekt
anknüpft. Zum Thema wird so auch die Kritik der modernen,
physikalistischen Naturwissenschaft.
Paradigma
utopisch-kritischer Wissenschaftlichkeit
Im
konstitutionstheoretischen Zusammenhang zeigt sich, dass das
erkenntnistheoretische Konzept eines
Begreifens der Praxis keinen
prinzipiellen Unterschied zwischen der Modalität eines alltäglichen
Begreifens und wissenschaftlicher Erkenntnis und Methodologie macht.
Insofern geht die Erkenntnistheorie der Praxis in Wissenschaftstheorie über.
Es kristallisiert sich das Konzept einer
utopisch-kritischen Wissenschaft
gesellschaftlicher Praxis, welche die
konstitutionstheoretischen Kategorien in praxisanalytische wendet.
Erst solche erkenntnis-
und konstitutionstheoretischen Klärungen zum Praxiskonzept eröffnen die
Möglichkeit, die wesentlichen Differenzen zum überholten Konzept einer
Kritischen Theorie einerseits, zum erstarrten Ansatz des traditionellen
Dialektischen Materialismus andererseits genauer zu erfassen. Erst durch
diese Klärungen kann dem
Praxisdenken die paradigmatische Ausformung gegeben werden,
die bisher vermisst wird und die es in der Auseinandersetzung mit den
Hauptansätzen gängiger Gesellschaftswissenschaft, mit der Systemtheorie, dem
Strukturalismus, der Intersubjektivitätstheorie usw. benötigt, um
schließlich als überzeugende Alternative Geltung zu erlangen. In der
Wendung zur Konkreten Praxisphilosophie
liegt nicht zuletzt auch eine kritische Weiterbildung über die bisherige
Philosophie der Praxis hinaus.
Eine Konzentration auf
die Diskussion mit der Kritischen Theorie und dem Traditionellen Marxismus
ist wohl nötig, insofern das Profil einer Konkreten Praxisphilosophie nur so
geschärft und jener Teil der kritischen Intelligenz angesprochen werden
kann, der sich ansonsten an Habermas und seinen akademischen Epigonen hält
oder nicht über orthodoxe Marxismen hinauskommt. Selbstverständlich muss vom
gewonnenen Standpunkt einer Konkreten Praxisphilosophie die Kritik aller
Spielarten nur scheinbar kritischer oder offen affirmativer Philosophie und
Wissenschaft verstärkt werden. Das Thema einer Kritik moderner
Gesellschaftstheorien, ihrer paradigmatischen Ansätze und
gesellschaftstheoretischen Entwürfe vom ‚Prinzip Verantwortung’ über die
'Risikogesellschaft' bis zum 'Ende der Geschichte' usw., kann vorerst nur
notiert werden.
Die
Konkrete Praxisphilosophie zeichnet insgesamt das Bild der
menschlich-natürlichen und geschichtlichen Totalität als einer
widersprüchlichen, emergenten Synthesis von
Praxisperspektiven.
Der Begriff der
Praxisperspektive gilt in diesem Zusammenhang als wichtigster
Schlüsselbegriff. Die Bezeichnung als Konkrete Praxisphilosophie soll aber
noch etwas anderes anzeigen: Die theoriegeschichtlichen Klärungen und
grundlagentheoretischen Konzeptualisierungen bilden letztlich nur eine
Plattform, um philosophisch-ökonomisch ins Konkrete der gesellschaftlichen
Wirklichkeit zu gehen. Der Vorwurf an praxisphilosophische Vordenker besteht
gerade darin, dass diese Konkretion in wesentlichen Fragen nicht geleistet
wurde.
Die
Überlegungen zum Charakter und zur Methodologie eines Begreifens der Praxis,
das sich aus der der eigenen Situierung im konkreten Vollzugszusammenhang
gesellschaftlicher Praxis versteht, münden in eine
materialistische,
dialektische und utopistische Methodenkonzeption. In diesem Zusammenhang ist
Utopistik ein Kampfbegriff,
der sich nicht nur gegen affirmative, reaktionäre Wissenschaftlichkeit
richtet, sondern auch darauf aufmerksam macht, dass der überlieferte
negatorische Typus gesellschaftlicher Kritik unzureichend ist.
Utopistik der
politischen Ökonomie
Die zweifellos
gewichtigste, zugleich härteste Frage unserer Zeit ist die nach der realen
historischen Alternative zur
vorherrschenden kapitalwirtschaftlichen Wirtschaftsweise.
Hier sind allerdings Gedankenschritte notwendig, die nicht vorab und
plakativ bezeichnet werden können, ohne Missverständnisse zu wecken. Die
utopisch-kritische Grundauffassung ist jedenfalls die, dass die von Marx
hinterlassene Kapitaltheorie ein in
wesentlichen Aspekten unfertiges Projekt darstellt. Aus der
Wiedergewinnung ihres authentischen praxisanalytischen Forschungsansatzes,
in Verbindung mit geschichtlich herausprozessierten neuen Faktizitäten, kann
der nur vorläufige Entwicklungsstand der Marxschen Kapitaltheorie und ihr
zugleich vorwärtsweisender Inspirationsgehalt erfasst werden.
Im überwiegend
negatorischen Charakter der traditionellen Kritik der politischen Ökonomie
liegt, was die theoretische Seite angeht, ein Hauptgrund für die heute
offenbare Katastrophe vormaliger Sozialexperimente, welche eine
sozialistische Idee für sich reklamierten. Ein dogmatisierter Kritikmodus
ist mit verantwortlich für die kultivierte Perspektivlosigkeit der heutigen,
immer neu aktualisierten kapital- und krisentheoretischen Positionen. Mit
dem an der Wende zum 21. Jahrhundert vollzogenen Eintritt in eine neue
historische Periode des Übergangs ist das traditionelle Verständnis der
Wissenschaft der politischen Ökonomie nicht mehr ausreichend.
Die Konkrete
Praxisphilosophie orientiert derart auf die Überschreitung der
traditionellen Kritik durch eine Utopistik der politischen
Ökonomie, also auf eine schöpferische, positive
Weiterentwicklung der
Wissenschaft der politischen Ökonomie.
Wissenschaftliche politische Ökonomie
in diesem Sinne
ist Praxisanalyse,
im konkreten Fall auszuführen als materialistisch-utopistische
Transformationstheorie.
Sozialwirtschaft als
Systemalternative
Aus dem
Verständnis der Kritik der politischen
Ökonomie als unvollendetes Projekt soll ihr Thema in
konkret-utopischer Perspektive neu aufgegriffen werden. Der
ökonomietheoretische Ansatz führt zurück bis zu der von Marx überwundenen
klassischen Nationalökonomie
und über Marx hinaus zu einer völlig neuen Wirtschaftslehre, einer
Theorie der Sozialwirtschaft
als Latenz und reale Alternative zur
Kapitalwirtschaft. Die im prototheoretischen Ansatz bereits
greifbare zukünftige Ökonomie der
Zeit und Ersparnis ist völlig neu und führt mitten hinein in
die aktuelle Diskussion über Auswege aus Arbeitslosigkeit und
Umweltzerstörung, neoliberaler Sozialformierung, der Zerstörung des
Sozialstaats und Globalisierung der Kapitalwirtschaft.
Die Instituierung einer
sozialwirtschaftlichen Reproduktionsordnung setzt auf drei fundamentale
wirtschaftsgeschichtliche Elemente auf: Im Bereich der
industriewirtschaftlichen Warenproduktion auf die Entwicklung der
organischen Zusammensetzung des Kapitals auf höchster Stufe und auf die
Einführung automatischer Systeme in Betrieb und Verwaltung. Im Bereich der
sonstigen gesellschaftlich notwendigen und sinnvollen Arbeit auf die
Emanzipation der sozialwirtschaftlichen Dienste als neue
Wirtschaftabteilung. Was den Staat und die entsprechenden Sozialsysteme
angeht, auf die erweiterten ökonomischen Funktionen moderner Staatlichkeit
und eine Staatsquote von um die 50%, wie sie die entwickelteren
Volkswirtschaften aufweisen.
So wird insbesondere der
Staat zum Thema: Die wirtschaftsgesellschaftlichen Funktionen des Staates
weisen diesem eine zentrale Stellung im Beziehungsfeld von noch
vorherrschender Kapitalwirtschaft und sich entwickelnder, weiter
emanzipierender Sozialwirtschaft zu. Der moderne Wirtschafts- und
Sozialstaat ist demnach als Übergang zu einer neuen Form der
Selbstorganisation der gesellschaftlichen
Praxis zu begreifen, die entsprechende neue
gesellschaftliche Organe und neue wirtschaftsgesellschaftliche Funktionen
aufweist.
Es ist klar, dass das
politisch-ökonomische Projekt der Sozialwirtschaft einer kooperativen
Forschungsbemühung und kollektiven Diskussion bedarf. Doch ist es
gegenwärtig schon möglich, die entscheidend weiterführenden Fragen zu
formulieren, auf geschichtsmaterialistischer und utopistischer Grundlage
die Grundrisse der neuen Wirtschaftsverfassung zu zeichnen und langfristig
auf die Lösung der noch offenen Fragen zu orientieren. Eine erste Bestimmung
des Szenarios und Wertgesetzes einer
postkapitalistischen Ökonomie liegt vor und es zeichnen sich
weitreichende Konsequenzen im Hinblick auf das Beziehungsgefüge und die
Gestaltbildungen von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft ab.
Das Kernstück einer
Theorie der Sozialwirtschaft bilden
kreislauf- und transformationstheoretische Modellierungen, daran neu
ansetzende wert-, kapital- und sozialtheoretische Untersuchungen sowie die
Verknüpfung entsprechender szenischer Praxisformanalysen mit
empirisch-theoretischen Elementen der Wirtschaftsstatistik
und volkswirtschaftlichen
Gesamtrechnung. Dazu unerlässliche Vorleistungen liegen in
neuen Kategorisierungen der
wirtschaftsgesellschaftlichen Praxis und der volkswirtschaftlichen
Reproduktionszusammenhänge. Ein zentrales Thema ist das, was
hier - im Unterschied zur
industriellen Warenproduktion - sozialwirtschaftliche
Dienste genannt wird und in aktuellen Diskussionen nur unscharf unter Titeln
wie ‚Dritter Sektor’, ‚Öffentlicher Beschäftigungssektor’,
‚Zivilgesellschaft’ usw. gefasst wird.
Die Sozialwirtschaft
beruht nicht auf einem antagonistischen Verhältnis zwischen Lohnarbeit und
Kapital, sondern ist eine Form der Selbstorganisation gesellschaftlicher
Arbeit , in der sich die zwei Hände der gesellschaftlichen Arbeit oder die
zwei Grundabteilungen des Arbeits- und Wirtschaftslebens in ein
paritätisches Verhältnis setzen. Die Instituierung dieser
Reproduktionsordnung impliziert einen systemischen Sprung, der ein neues
ökonomisches Kalkül jenseits der kapitalwirtschaftlichen
Verwertungswirtschaft in Kraft setzt, die Bildung neuer
wirtschaftsgesellschaftlicher Organe herausfordert und überhaupt eine neue
Wirtschaftsverfassung ermöglicht.
Die Theorie der
Sozialwirtschaft ist per se die
Antithese zur herrschenden Wirtschaftslehre und Wirtschaftspolitik.
Sie muss sich als solche streitbar artikulieren.
Die der Sozialwirtschaft
als einer neuen, höheren Produktionsweise entsprechende Wirtschaftslehre
überschreitet die traditionelle Kritik der politischen Ökonomie und
unterscheidet sich konzeptuell grundlegend von der bonierten
kapitalwirtschaftlichen Ökonomik. Während die neoklassische oder neoliberale
Ökonomik völlig konträr ist, kann möglicherweise in der keynesianischen
Theorie und Praxis ein Vorschein der anhängigen sozialwirtschaftlichen
Transformation ausgemacht werden.
Perspektive einer
demokratischen Wirtschaftsgesellschaft
Die
sozialwirtschaftliche Reproduktionsordnung, in der die industrielle
Warenproduktion, die sozialwirtschaftlichen Dienste und der Staat sowie
staatlich legitimierte Organe einen durchsichtigen und gesellschaftlich
kontrollierten Zusammenhang gesellschaftlicher Arbeit und Aneignung
darstellen, bildet die Basis einer neuen Wirtschaftsverfassung und
darüber hinaus das Kerngeschehen einer demokratischen
Wirtschaftsgesellschaft.
Die sozialwirtschaftliche
Reproduktionsordnung impliziert neue politisch-ökonomische Charaktere und
insbesondere auch Rechtsgestalten, die sich aus der Praxisanalyse ergeben.
Es geht also überhaupt um eine neue Wirtschaftsverfassung. Dem Typus der
sozialwirtschaftlichen Reproduktion ist dabei - durch die Befreiung vom
Verwertungs-, Akkumulations- und Expansionszwang einerseits und die neue,
raumbezogene Inhaltlichkeit der sozialwirtschaftlichen Dienste andererseits
- eine menschlich maßhaltige, sozialräumlich arrondierte
Gesellschaftlichkeit angemessen.
Im sozialwirtschaftlichen
Reproduktionszusammenhang kommt der Ebene der
kommunalen, urbanen Praxis eine herausragende Bedeutung
für die Konstitution des Gesellschaftlichen in Gegenwart und Zukunft zu.
Insofern bilden die Theorien des
Alltagslebens in der modernen Welt oder die
Diskussionen zur Zivilgesellschaft
wichtige Bezugspunkte. Deren bisheriger grundlegender Mangel, wie
der Mangel aller abstrakten Theorien einer neuen Gesellschaftlichkeit,
besteht eben in der fehlenden politökonomischen Fundierung in einer
Systemalternative.
Vom Verwertungszwang bzw.
dem Profitprinzip befreit kann sich eine entlastete Form der Wirtschaft der
Gesellschaft herausbilden, die Wirtschaftsbeziehungen auf Gegenseitigkeit
pflegt und in einem globalen Zusammenhang an einer paritätischen
Mondialisierung mitwirkt.
Zwei Wege in der
Übergangsperiode
Die
sozialwirtschaftliche Transformation ist als direktes Gegenkonzept zu
entfachten Radikalismus der neoliberalen Globalisierung zu verstehen.
Dabei ist offen, in welchen praktischen Zeithorizonten die Instituierung von
Elementen einer sozialwirtschaftlichen Reproduktionsordnung, einer
entsprechenden Wirtschaftsverfassung und einer demokratischen
Wirtschaftsgesellschaft vonstatten gehen mag. Jedenfalls ist, nach den
geschichtlichen Erfahrungen mit gescheiterten Sozialismusexperimenten und
angesichts der praktisch-objektiven Unentschiedenheit des
realgeschichtlichen Prozesses, die Herausbildung entsprechender
praxisformativer Kräfte nicht denkbar ohne die Formulierung einer
vertrauenswürdigen, hinreichend konkreten Alternative.
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