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marcuse zur diskussion | 1898-1979 |
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Zitate, Publikationen, Kommentare und Links
zu Herbert Marcuse. Some resources
Verwandte Themen:
Herbert Marcuse im Zusammenhang der Philosophie und Wissenschaft gesellschaftlicher
Praxis:
Philosophie der Praxis.
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marcuse als praxisdenker |
| Aktualität und Perspektiven von Marcuses Theorie | ||
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Müller, Horst: Herbert Marcuse und die Frankfurter Schule. Unterschiedliche Konzepte und Tendenzen kritischer Gesellschaftstheorie. Hier als IPkW-Onlinetext. |
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| Marcuse-Asche und Marcuse-Kolloqium | ||
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...Juli 2003, ein heißer Sommertag im Audimax der Freien Universität Berlin. Marcuse ist zurückgekehrt. Überlebensgroß sieht sein Bild von der Leinwand über der Bühne herab und beschirmt die Redner eines Gedenkkolloquiums "Zur Aktualität der Philosophie Herbert Marcuses". Zwei Tage vor seinem 105. Geburtstag erinnert man sich an seinen Einfluss auf die 68er und fragt nach der Zukunft seiner Theorie. Die Zahl der Zuhörer ist mit etwa 250 Teilnehmern deutlich überschaubarer. Die Zeiten haben sich geändert. Marcuse ist aber nicht nur in effigie zurückgekehrt. Einige Tage zuvor war seine Asche auf dem Flughafen Tegel angekommen, um am heutigen Freitag auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof unweit von den Gräbern Fichtes, Hegels und Brechts beigesetzt zu werden... ...Das Gedenkkolloquium sollte allerdings kein nostalgisches Ehemaligentreffen werden, sondern die Frage nach Marcuses Aktualität Ernst nehmen. Keine leichte Aufgabe bei einem Autor, der immer auch aus der politischen Situation heraus schrieb. Bei solchen Texten ist die theoretische Halbwertszeit häufig kurz. Aber Marcuse versuchte das Kunststück, Gegenwartsdiagnosen in allgemein philosophische Überlegungen zu fundieren. So beantworteten einige Teilnehmer des Kolloquiums die Frage nach seiner Aktualität, indem sie den theoretischen Kontext seines Denkens ausloteten: Axel Honneth, Direktor des Instituts für Sozialforschung, unterstrich, warum bei allen Unterschieden im Detail, Marcuse mit Horkheimer und Adorno in seinen Grundvoraussetzungen so stark übereinstimmte, dass mit Recht von einer Schule gesprochen werden könne. Der Kritischen Theorie insgesamt sei es nicht um eine abstrakte Theorie der Ungerechtigkeit gegangen, sondern um eine Pathologie des Sozialen. Ihr normativer Hintergrund bestand in der Vorstellung eines vernünftigen Allgemeinen, das allerdings unter kapitalistischen Verhältnissen nicht zur Verwirklichung kommen könne. Dabei sei Marcuse ohne Zweifel derjenige gewesen, der am meisten Zutrauen in die politische Durchsetzbarkeit dieses Allgemeinen hatte. Daher rührte auch sein politisches Engagement, dessen Kontexte eine andere Gruppe der Teilnehmer diskutierte. Hartmut Häußermann und Wolfgang Lefèvre, in den sechziger Jahren Asta-Vorsitzende der FU, untersuchten die Bedeutung Marcuses für die deutschen Studenten im Jahr 1967. Er sei nicht der Guru einer Gefolgschaft gewesen, sondern der Stichwortgeber für Diskussionen, in denen um das Verständnis der eigenen politischen Rolle gerungen wurde. An Marcuses Rolle für die amerikanischen Studenten erinnerte seine wahrscheinlich bekannteste Studentin, die Bürgerrechtlerin Angela Davis. Sie beschwor Marcuses Charisma, die Faszination, die von seiner Person ausging, die Kraft, mit dem er jeden Defätismus bekämpfte. Die Frage nach Marcuses Aktualität versuchte Davis zu konkretisieren, indem sie sie in einzelne Fragen umformulierte: Was hätte Marcuse zu den Auswirkungen der neuen Kommunikationstechnologien gesagt, was zu den Folgen des 11. September, zu Bushs Cowboy-Diplomatie, aber gleichzeitig auch zu der außerordentlichen Mobilisierung der Anti-Kriegsbewegung? Die Antworten ließ sie offen... Quelle: Rüdiger Zill in der FR/Feuilleton am 19.07.2003. [ Anmerkung: Die von Honneth versuchte Vereinnahmung Marcuses, der hier in einen Rührtopf von Kritischer Theorie zusammen mit Horkheimer und Adorno geworfen wird, verwischt wesentliche grundlagentheoretische Differenzen zwischen dem Frankfurter Zweig oder besser Ast einer Kritischen Theorie, auf dem auch Honneth sitzt, und Denkern wie Marcuse und Bloch auf der anderen Seite. Marcuse ist, wie Bloch, Hauptprotagonist einer praxisphilosophischen Denklinie, die sowohl in Grundsatzfragen wie in zeitbedingten Situationsanalysen eine andere Orientierung aufweist. Grundlegende Differenzen betreffen den philosophischen Bezug auf das von Marx herrührende Praxis-Konzept und die Marxsche theoretische Hinterlassenschaft überhaupt, die Frage des gesellschaftlichen Naturverhältnisses und die Rolle der Dialektik, den konzeptuellen Bezug zur konkret-utopischen Dimensionierung gesellschaftlicher Wirklichkeit und utopistischen Orientierung von Wissenschaft sowie, last but not least, das philosophisch begründete, damit auch menschliche und politische Verhältnis zu realen Protest- und Revolutionsbewegungen.
Marcuse in einem Gespräch 1977
in Salecina: "Heute ist theoretische Arbeit, die Mitarbeit der
Intellektuellen besonders wichtig, weil das Bewußtsein und das Unbewußte in
einer Weise irritiert und manipuliert werden, die selber nicht mehr bewußt
und nicht mehr wahrgenommen wird". Das Problem solcher Manipulation besteht
offenkundig nicht nur im gesellschaftlichen Bewußtsein allgemein, sondern
insbesondere auf dem Feld wissenschaftlicher Ideenproduktion. - Horst Müller
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marcuse publikationen |
| Veröffentlichungen von und zu Herbert Marcuse | ||
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Marcuse, Herbert: Schriften. Band 1-9. Suhrkamp Verlag, Frankfurt/M. 1978 ff. Marcuse, Herbert: Schriften. Band 1-9. Neuauflage im Zu Klampen Verlag, Springe 2004. Marcuse, Herbert: Beiträge zu einer Phänomenologie des Historischen Materialismus Marcuse, Herbert: Philosophie und kritische Theorie, S. 227-249 in: Herbert Marcuse Schriften 3. Marcuse, Herbert: Neue Quellen zur Grundlegung des Historischen Materialismus Marcuse, Herbert: Existenzialismus Marcuse, Herbert: Vernunft und Revolution Marcuse, Herbert: Der eindimensionale Mensch Marcuse, Herbert: Hellsichtigkeit inmitten allgemeiner Blindheit. Zitat aus: Aggressivität in der gegenwärtigen Industriegesellschaft. Herbert Marcuse Schriften 8. S. 44-46. Als IPkW-Onlinetext. Marcuse, Herbert: Versuch über die Befreiung Marcuse, Herbert: On Science and Phenomenology, S. 279-305 in: Boston studies in the philosophy of science. Humanities Press, New York 1965. Marcuse, Herbert: Zum Begriff der Negation in der Dialektik, S. 185-190 in: Ideen zu einer kritischen Theorie der Gesellschaft. Suhrkamp Verlag, Frankfurt/M. 1969 (es 300). Wiederabdruck in der Zeitschrift grundrisse Nr. 14, in der Publikationsreihe 'Mit Nachdruck', Wien 2005. Marcuse, Herbert und Neumann, Franz: A Theory of Social Change, Marcuse Archiv #118.00/.01/.04, 47 S. unveröffentlichtes Manuskript. Dazu Douglas Kellner, Marcuse in the 1940s, S. 301-311 in: Kritik und Utopie im Werk von Herbert Marcuse (stw 1037). Marcuse, Herbert: Nachgelassene Schriften. Hrsg. v. Peter-Erwin Jansen. Bd. 1, Bd.2, Bd. 3: Philosophie und Psychoanalyse (2002). Bd. 4: Die Studentenbewegung und ihre Folgen (2004). Bd. 5: Herbert Marcuse: Feindanalysen. Über die Deutschen (2007). Verlag zu Klampen, Springe. Kellner, Douglas: Herbert Marcuse and the crisis of Marxism. Basingstoke [u.a.] : Macmillan, 1984. Akard, Patrick: The Theory-Praxis Nexus in
Marcuse's Critical Theory, S. 207-215 in: Dialectical Anthropology
(Amsterdam), Jg. 8 Heft 3, Dezember 1983.
Arnason, Johann P.: Von Marcuse zu Marx. Prolegomena zu einer dialektischen Anthropologie. Luchterhand Verlag, Neuwied und Berlin 1971. Behrens, Roger (2000): Übersetzungen - Studien zu Herbert Marcuse. Konkrete Philosophie, Praxis und kritische Theorie. Ventil Verlag, Mai 2000. Fahrenbach, Helmut: Existenzialismus und Marxismus. Ein frühes Projekt Herbert Marcuses. In: Kritik und Praxis. Zur Problematik menschlicher Emanzipation, S. 340-352. Hsg. v. Heinz Eidam u.a., Lüneburg: zu Klampen, 1999. Flego, Gvozden / Schmied-Kowarzik, Wolfdietrich (Hg.): Herbert Marcuse - Eros und Emanzipation. Marcuse-Symposion 1988 in Dubrovnik. Germinal Verlag, Gießen 1989. Institut für Sozialforschung (Hrsg.): Kritik und Utopie im Werk von Herbert Marcuse. Vorträge der internationalen Fachkonferenz anläßlich der Eröffung des Herbert-Marcuse-Archivs 1990. Suhrkamp Verlag, Frankfurt/M. 1992 (stw 1037). Jansen, Peter-Erwin (Hg.): Befreiung denken - ein politischer Imperativ. Materialienband zu einer politischen Arbeitstagung über Herbert Marcuse. In Zusammenarbeit mit der links-Redaktion und dem Sozialistischen Büro. 1989 in Frankfurt. Verlag 2000, Offenbach/Main 1989. Jansen, Peter-Erwin (Hg.): Herbert Marcuse: Feindanalysen. Über die Deutschen. Nachgelassene Schriften, Bd. 5. Hg. Verlag zu Klampen, Springe 2007 [ Marcuse trat 1942 in Regierungsdienste, seit März 1943 im Office of Strategic Services (OSS). Am Anfang des Kalten Krieges, von 1948 bis 1951, war er Leiter der Mitteleuropa-Sektion in der Nachrichtendienstabteilung des amerikanischen Außenministeriums. Die Faschismusforschung und die Nationalsozialismusforschung sind der Kern seiner grundlegenden gesellschaftstheoretischen Kategorien. Vgl. Besprechung in der SZ/Literatur am 16.11.2007 ]. Marcuse, Herbert / Schmidt, Alfred: Existenzialistische Marx-Interpretation. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt/M. 1973. Müller, Horst: Das Frankfurter Institut im Exil. Horkheimer und Marcuse, S. 45-51 in: Praxis und Hoffnung. Studien zur Philosophie und Wissenschaft gesellschaftlicher Praxis von Marx bis Bloch und Lefebvre. Germinal Verlag, Bochum 1986. Schmidt, Alfred: Herbert Marcuse - Versuch einer Vergegenwärtigung seiner sozialphilosophischen und politischen Ideen, S. 11-50 in: Institut für Sozialforschung (Hg.), Kritik und Utopie im Werk von Herbert Marcuse. Suhrkamp Verlag, Frankfurt/M. 1992 (stw 1037). TÜTE
Stadtmagazin (Sonderheft): Politik und Ästhetik am Ende der
Industriegesellschaft. Zur Aktualität von Herbert Marcuse. Mit Beiträgen
von O. Negt, J.-F. Lyotard, D. Claussen, S. Benhabib, D. Kellner, G. Flego,
H. Fahrenbach, R. Roth, W. Thaa, H. Brunkhorst, G. Koch, G. Schweppenhäuser,
C. Albert, W. Kraushaar, H.-E. Schiller, W. Burisch, R. Lettau. Tübingen
1989. |
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marcuse im internet |
| Online-Quellen zu Herbert Marcuse | ||
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Herbert-Marcuse-Archiv Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt Bockenheimer Landstr. 134-138 D-60325 Frankfurt am Main stollberg@stub.uni-frankfurt.de http://www.stub.uni-frankfurt.de/archive/marcuse.htm Herbert Marcuse Association
Books, Articles and
Reviews about Herbert Marcuse Kritische Theorie: Neues aus den Archiven Herbert Marcuse on his Family's Homepage Herbert Marcuse. Die Ideologie der Industriegesellschaft der sechziger Jahre Herbert Marcuse - Ein Leitfaden zu Leben und Werk |
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marcuse zur diskussion |
| Aktuelle Diskussionsbeiträge zu Herbert Marcuse | ||
| Cavalcanti, Sven Oliveira: Herbert Marcuse - Zum 25. Todestag. SoPos-Onlinetext. Fuchs, Christian: Zur Aktualität ausgewählter Aspekte des Werks von Herbert Marcuse [ Diskussion ausgewählter Aspekte des Werks Herbert Marcuse in Bezug auf den postfordistischen, neoliberalen, informationsgesellschaftlichen Kapitalismus. Während die materiellen Bedingungen einen unmittelbaren Übergang ins Reich der Freiheit immer näher zu legen scheinen, setzt sich die eindimensionale Gesellschaft immer stärker ins Bewusstsein der Menschen fort. Gerade heute sind Marcuses Utopismus und seine Philosophie der Praxis von wesentlicher Bedeutung ] Siehe Webseite von Christian Fuchs Fuchs, Christian: Krise und Kritik in der Informationsgesellschaft. Arbeiten über Herbert Marcuse, kapitalistische Entwicklung und Selbstorganisation. Soziale Selbstorganisation im informationstechnischen Kapitalismus, Teil 2. Libri Books on Demand, 2002. Siehe Webseite von Christian Fuchs. Fuchs, Christian: Herbert Marcuse interkulturell gelesen. Interkulturelle Bibliothek Bd. 15. Bautz Verlag, Nordhausen 2005. Siehe Webseite von Christian Fuchs. Fuchs, Christian: Emanzipation! Technik und Politik bei Herbert Marcuse. Shaker, Aachen 2005. Als Onlinetext bei Christian Fuchs. Fuchs, Christian: Die Bedeutung der Fortschrittsbegriffe von Marcuse und Bloch im informationsgesellschaftlichen Kapitalismus. S. 724-736 in: UTOPIE kreativ Nr. 141/142, Juli/August 2002. Als IPkW-Onlinetext. Olles, Werner: Neomarxismus und Philosophie - Marcuse als Ersatzvater für die Kinder der Revolution. Vor 20 Jahren starb mit Herbert Marcuse der Utopist der Neuen Linken. Artikel in der Junge Freiheit S. 31-32, Ausgabe vom 30.07.1999 "Aber ich glaube, dass es für unter drückte und überwältigte Minderheiten ein Naturrecht auf Widerstand gibt, außergesetzliche Mittel anzuwenden, sobald die gesetzlichen sich als unzulänglich herausgestellt haben. Gesetz und Ordnung sind überall und immer Gesetz und Ordnung derjenigen, welche die etablierte Hierarchie schützen; es ist unsinnig, an die absolute Autorität dieses Gesetzes und dieser Ordnung denen gegenüber zu appellieren, die unter ihr leiden und gegen sie kämpfen nicht für persönlichen Vorteil und aus persönlicher Rache, sondern weil sie Menschen sein wollen. Es gibt keinen anderen Richter über ihnen außer den eingesetzten Behörden, der Polizei und ihrem eigenen Gewissen. Wenn sie Gewalt anwenden, beginnen sie keine neue Kette von Gewalttaten, sondern zerbrechen die etablierte. Da man sie schlagen wird, kennen sie das Risiko, und wenn sie gewillt sind, es auf sich zu nehmen, hat kein Dritter, und am allerwenigsten der Erzieher und Intellektuelle, das Recht, ihnen Enthaltsamkeit zu predigen." (Herbert Marcuse) "Was von Herbert Marcuse bleiben wird, ist vor allem seine Entlarvung der viel gerühmten technologischen Rationalität als Ausdruck von Willkür und einer manifesten Tendenz zum Totalitarismus. Seine These, "die Technologie liefere die große Rationalisierung für die Unfreiheit des Menschen" hat bis heute nichts von ihrer Aktualität und Realität verloren und steht so exemplarisch für das Leben und Denken eines Philosophen, der die Krise der menschlichen Existenz immer auch als Krise der Philosophie verstand. Seine kritische Idee der "eindimensionalen Gesellschaft", jener Scheinfreiheit, die philosophisch überfrachtet in der "skeptischen Sintflut" zu ertrinken droht, führte kategorische Missdeutungen ins Feld, an denen gerade die modernen Massengesellschaften immer noch und immer mehr leiden." (Werner Olles) http://www.jf-archiv.de/online-archiv/ Behrens, Roger:
Die Sinnlichkeit gesellschaftlicher Praxis. Zum 25. Todestag von
Herbert Marcuse. |
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