grundlagentexte
home ![]()
zur Praxis-Debatte
| übersicht | ||
|
|
fortgang der debatte | |
|
|
klassiker des praxisdenkens | |
| studientexte und quellen | ||
|
|
diskussionsbeiträge | |
| übersicht | ||
| Übersicht Auf dieser
Seite finden sich klassische Quellen und neuere Beiträge zur Weiterführung
der PRAXIS-Debatte. Auf der IPkW-Website sind weitere umfangreiche
Literaturangaben zum praxisphilosophischen
Paradigma zusammengetragen. Siehe
auch die Seite zu Marx als Vordenker
einer Konkreten Praxisphilosophie. |
||
|
|
|
studientexte und quellen | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Georg Quaas | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Anschrift : Dr. Georg Quaas, Tel. (0341) 2512820, Fax (0341) 2512820 E-Mail : quaas@gmx.net Homepage : http://www.primacom.net/quaas/georg.htm Die Vorgabe von Georg Quaas trägt den Titel: Ontologische Implikationen der dialektisch-materialistischen Methode, S. 229-240 in: Benseler, Frank u.a. (Hrsg.): Ethik und Sozialwissenschaften. Streitforum für Erwägungskultur. Sechste Diskussionseinheit, EuS Heft 2. Westdeutscher Verlag, Opladen 1991. Quaas argumentiert für eine neue Ontologie innerhalb der materialistischen Philosophie der Praxis. Er verweist dabei auch auf Beiträge von Hans-Heinz Holz, Georg Lukacs, Helmut Seidel, Peter Ruben, Jindrich Zeleny und anderen. An diesen EuS-Hauptartikel schließt sich eine ganze Reihe von aufschlußreichen Kommentaren und Kritiken an, u.a. mit Beträgen von Hans Heinz Holz, Detlev Pätzold, Gottfried Stiehler, Mihaly Vajda. Quaas' Antworten darauf sind ebenda die Replik I: Kritik einer Ontologie ohne kritische Theorie? sowie die Replik II: Ansätze zu einer Metakritik. Aus Quaas' Repliken können hier nur einige Stichworte zitiert werden.
Im Zusammenhang der Praxis-Debatte soll auch
auf Quaas' Arbeit Bezug genommen werden: Dialektik als philosophische Theorie und
Methode des Kapital. Eine methodologische Untersuchung des ökonomischen Werkes
von Karl Marx. Verlag Peter Lang, Frankfurt/M. 1992. Kernpunkt dieser Schrift ist die
Auffassung der Dialektik als Theorie und Analyse-Methode des Systemwandels. Eine Reihe
weiterer Untersuchungen gelten vor allem der marxistischen Werttheorie. |
||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Horst Müller | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Anschrift : Dr. Horst Müller, Meuschelstr. 30, 90408 Nürnberg, Tel. (0911) 337781, Fax (0911) 337781 E-Mail : dr.horst.mueller@t-online.de Homepage : http://www.praxisphilosophie.de Einen Abriss der Konstitutionstheorie gesellschaftlicher Wirklichkeit als Praxis enthält Horst Müllers Artikel Marx, Mead und das Konzept widersprüchlicher Praxis, S. 119-138 in: Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie (Hrsg.). Zeitschrift für Soziologie (ZfS), Jahrgang 12, Heft 2. Enke-Verlag, Stuttgart 1983. Der Artikel stellt eine spezielle Fassung des Schlußkapitels aus Praxis und Hoffung dar: Den Versuch einer konstitutionstheoretischen Synthese nach dem Durchgang durch die Geschichte des Praxisdenkens von Marx bis Bloch und Lefebvre, wobei mit G.H. Mead ein neues theoretisches Element in die Diskussion eingeführt wird. Die komplementäre erkenntnistheoretisch-methodische Seite ist jetzt bearbeitet in: Bloch, Kofler und das Projekt einer utopisch-kritischen Wissenschaft gesellschaftlicher Praxis, in: Jünke Christoph (Hrsg.), Am Beispiel Leo Koflers. Marxismus und soziale Bewegungen im 20. Jahrhundert. Verlag Westfälisches Dampfboot Münster, 2001. Neuere, kurze Beiträge Horst Müllers sind eine Skizze zu den Marxschen Feuerbachthesen Durch den Feuer-Bach sowie ein lexikalisches Stichwort Praxis bei Ernst Bloch.
Im Zusammenhang mit Müllers grundlagentheoretischem
Konzept steht sein Beitrag zur politisch-ökonomischen Diskussion: Ernst Bloch und
die Frage nach einer konkreten Utopie der politischen Ökonomie. In:
Bloch-Akademie. Forum einer virtuellen Bloch-Akademie des Thalheimer-Verlags seit 1999. Im
Internet unter www.bloch-akademie.de
In dieser Arbeitslinie liegen auch weitere Ausarbeitungen zu einer Theorie der
Sozialwirtschaft als Alternative zur Kapitalwirtschaft. |
||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Helmut Seidel | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Anschrift : Prof. Dr. Helmut Seidel, Straße des 18. Oktober 8, 04103 Leipzig, Tel. 0341-2214638 Helmut Seidel hat 1966 in der DZfP, dem Organ der DDR-Philosophie, einen Vorstoß unternommen, Praxis als Zentralkategorie der marxistischen Philosophie zu rehabilitieren. Sein Vom praktischen und theoretischen Verhältnis der Menschen zur Wirklichkeit, S. 1177-1191 in der DZfP Heft 10/1966, löste heftige Gegenreaktionen aus, auf die er zusammenfassend antwortete mit: Praxis und marxistische Philosophie, in: Deutsche Zeitschrift für Philosophie. Heft 12/1968. Seidel bezieht sich dabei wesentlich auf Marxens Pariser Manuskripte, die Feuerbachthesen und die Deutsche Ideologie. Der gemeinsam mit Frank Fiedler verfaßte Artikel Der Marxsche Wissenschaftsbegriff und die sozialen Grundlagen des wissenschaftlichen Erkennens führt Seidels Gedanken weiter, S. 71 ff. in: Blumenthal, Wolfgang (Hrsg.): DZfP-Sonderheft, Berlin 1968.
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Wolfdietrich Schmied-Kowarzik | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Anschrift : Prof. Dr. Wolfdietrich Schmied-Kowarzik, GHK Kassel FB 01 - FG Philosophie Nora-Platiel-Str. 1, 34109 Kassel, Tel. (0561) 804-3546, Fax (0561) 804-3043 E-Mail : schmiedk@hrz.uni-kassel.de Homepage : http://www.uni-kassel.de/~schmiedk/ Wolfdietrich Schmied-Kowarziks Hauptveröffentlichung zu den anhängigen Fragen ist Die Dialektik der gesellschaftlichen Praxis. Zur Genesis und Kernstruktur der Marxschen Theorie, Freiburg/München 1981. Dieses Werk wird in bestimmter Hinsicht ergänzt durch Das dialektische Verhältnis des Menschen zur Natur, Freiburg/München 1984. Es wird notwendig sein, für Zwecke der Praxis-Debatte noch ein diesbezüglich zusammenfassendes, kürzeres Paper einzuführen. Zu dieser Debatte hat Wolfdietrich Schmied-Kowarzik vorerst noch einen bislang unveröffentlichten Text beigesteuert: Die Praxis und das Begreifen der Praxis. Thesen zu den Thesen ad Feuerbach von Karl Marx. Obwohl das Layout des Beitrags momentan noch nicht bearbeitet ist, wird er hier zum download bereitgestellt. Da als Onlinepublikation verfügbar, sei vorerst auch noch verwiesen auf Karl Marx als Philosoph der menschlichen Emanzipation - Rehabilitation eines verkannten Denkers.
Schmied-Kowarzik will aufweisen, daß das Marxsche Projekt
einer Kritik der politischen Ökonomie, das heißt auch das Kapitalwerk, nur im
Zusammenhang des Marxschen Praxiskonzepts, der Dialektik der gesellschaftlichen Praxis
insgesamt, begriffen und adäquat rekonstruiert werden kann. Siehe dazu den Abschnitt Zur
Dialektik der Kritik der politischen Ökonomie, S. 118-146 in seinem schon
bezeichneten Werk: Die Dialektik der gesellschaftlichen Praxis. |
||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Helmut Fleischer | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Anschrift: Prof. Dr. Helmut Fleischer, Ericaweg 10, 29313 Hammbühren, Tel. (05084) 3006
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Weitere Autoren und Textbeiträge | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|
diskussionsbeiträge |
| Diskussionsbeiträge von Georg Quaas | ||
| Der Ausgangspunkt Marxschen Philosophierens - eine Textanalyse Georg Quaas untersucht anhand eingehender Textanalysen die Entwicklung des Marxschen Praxisdenkens im Übergang von den Pariser Manuskripten von 1844 zur Deutschen Ideologie. Er prüft anhand der gewonnenen Einsichten das Denkmodell, auf das sich Helmut Seidel bei seiner Initiative zur Rekonstruktion der Marxschen Theorie von der Zentralkategorie Praxis her bezieht. Hier ein Zitat aus den Schlußfolgerungen: "Helmut Seidel hat 1966 ein Modell für den Ausgangspunkt Marxschen Philosophierens vorgestellt, das sich eher an die Ökonomisch-Philosophischen Manuskripte anlehnt als an die Deutsche Ideologie. Ich führe vor allem drei Merkmale an, die das belegen: i) die (seitenweise realisierte) Abstraktion von der gesellschaftlichen Dimension der Praxis ii) der Versuch, die gesellschaftliche Dimension aus der Mensch-Natur-Beziehung abzuleiten oder sie zumindest nach Reflexion der Mensch-Natur-Beziehung zu behandeln III) die unentschiedene und darum vage Interpretation des Subjekts der Geschichte als eine Zusammenfassung vieler Menschen, als Menschheit oder die menschlichen Wesenskräfte, die zur Entfaltung drängen. Das alles ist nicht mehr die Position, die Marx 1845 einnimmt. Als Ausgangspunkt wird ab diesem Zeitpunkt ein Ganzes gedacht, das die Mensch-Natur- und die Mensch-Mensch-Beziehung in ihrer konkreten Einheit faßt. Das führt uns auf weiter Punkte, die man bei Seidel, zumindest in jenem Schlüsseltext, der den Ausgangspunkt umschreibt, vermissen kann: Die Reflexion des Werkzeugs und die Reflexion der Sprache." Der gewonnene Standpunkt wird auch gegen die von Udo Tietz vorgetragene Kritik an einem vermeintlich "reduktionistischen" Marxschen Praxisdenken gewendet. Ebenso wird der Ansatz von Volker Caysa bezweifelt, der den praxisphilosophischen Ansatz Seidels als Öffnung zu einem "dialogischen Verhältnis von Mensch und Natur" feiert. "Wer ernsthaft glaubt, die Theorien von Marx seien mit dem Ende des "real existierenden Sozialismus" in Europa gescheitert, der sollte diesen Aufsatz nicht lesen. Die oberflächliche Meinung von Sozialismus als Verkörperung der Marxschen Ideen steht einem tieferen Verständnis der inneren Entwicklungen der DDR entgegen. Mein Ziel ist es allerdings nicht, jenen Glauben zu erschüttern, sondern - ausgehend von der Alternativhypothese, daß Idee und Wirklichkeit stets eine widersprüchliche Einheit bilden - aufzuzeigen, mit welchen Schwierigkeiten diejenigen zu kämpfen hatten, die ein tieferes Interesse an der Marxschen Weltanschauung bewegte." "Das Problem war nur, objektiv betrachtet gab es die
marxistische Philosophie gar nicht in verbindlicher, lehrfähiger Form! Marx hatte kein
philosophisches System ausgearbeitet und die vorliegenden Darstellungen waren bestenfalls
erste Annäherungen - Cornu beispielsweise sagt in der 'Deutschen Zeitschrift für
Philosophie' 1954, in 'Über das Verhältnis des Marxismus zur Philosophie Hegels': 'Mein
Marx-Buch war nur zur Selbstverständigung geschrieben...'. Was sollte man unter diesen
Umständen lehren?" |
||
| Diskussionsbeitrag von Horst Müller | ||
| Theoretische Wurzeln und Arbeitaufgaben des PraxiskonzeptsDie Identifizierung des generativen Zentrums des Marxschen Denkens und die Entfaltung der Kernidee im Sinne einer zur Selbstbegründung fähigen Philosophie der Praxis ist eine keineswegs erledigte, sondern weiter anhängige Aufgabe. Das Vorankommen in dieser Frage erscheint mir als Grundbedingung für die Wiedergewinnung einer entsprechenden operativen Wissenschaftsposition und vor allem auch einer konkreten Emanzipationsperspektive. Der hier vorgelegte aktualisierende und pointierende Zugriff auf theoriegeschichtliche Vorleistungen verdeutlicht Entwicklungsschritte des Praxisdenkens bis in die aktuelle Diskussion der 90er-Jahre und die Gegenwart, beleuchtet grundlagentheoretische Kontroversen, bestimmt offen gebliebene Fragen des Marxschen Praxiskonzepts. Im letzten Teil werden Probleme und Arbeitsaufgaben einer künftigen Konkreten Praxisphilosophie in drei Aspekten eingekreist: Entfaltung einer Konstitutionstheorie gesellschaftlicher Praxis, Ausarbeitung des Praxiskonzepts als operatives philosophisch-wissenschaftliches Paradigma, Konkretionsleistungen hinsichtlich Wirtschaft und Gesellschaft, insbesondere auf dem Gebiet der politsichen Ökoknomie: Die utopisch-kritische Überschreitung der traditionellen Kritik der
politischen Ökonomie ist umso wichtiger, als die in der gesellschaftstheoretischen
Diskussion und in den modernen Sozialbewegungen wieder laut werdenden Forderungen nach
einer aktiven "Zivilgesellschaft", nach einer "Repolitisierung der
Ökonomie" oder nach einer Revitalisierung des demokratischen "europäischen
Sozialstaats" ohne ein futurisches politisch-ökonomisches Traggerüst haltlos
bleiben. Wie sollte, inmitten fortschreitender Entzivilisierung und ökologischer
Destruktion, ohne solche Konkretionsleistungen einer utopisch-kritischen Theorie die Frage
nach der gesellschaftlichen Alternative wachgehalten werden können? |
||
|
|