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Auf dieser Webseite:

Informationen zur PRAXIS-Tagung 2010 in Nürnberg. Im Rückblick: Präsentation zum Verlauf der Tagung.

Verwandte Themen:

Vorhergehende Tagungen und daran anschließende Veröffentlichungen: 1. PRAXIS-Tagung: PRAXIS-Tagung 2004 und PRAXIS-Publikaton 2005.  2. PRAXIS-Tagung 2006 und PRAXIS-Publikation 2007. Zur Eröffnungsseite mit aktuellen Informationen: Kurzinfos.
  

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  Konzeptuelle Ausrichtung
  
3. PRAXIS-Tagung
Von der Systemkritik
zur gesellschaftlichen Transformation
26.-27. Februar 2010
in Nürnberg

Der Schwerpunkt der 3. PRAXIS-Tagung lag nicht auf der bereits vielstimmig artikulierten Kritik oder auf Krisenanalysen, sondern ganz entschieden auf weitergehenden Fragen hinsichtlich einer konkreten Systemalternative oder auch gesellschaftlichen Transformation. Dem Programm sind ausgesuchte Begleit- und Studientexte im Sinne eines theoretischen Themenparks beigefügt.

Themenfelder und Fragestellungen

1.  In der öffentlichen Debatte dominiert eine Interpretation der Finanz- und Wirtschaftskrise, der zufolge es sich um eine vor allem durch Fehlverhalten verursachte, aber jedenfalls korrigierbare und vorübergehende Systemstörung handelt und nicht um eine säkulare Systemkrise im eigentlichen Sinn. Aber auch von den Kritikern, die von letzterer Annahme ausgehen, wurde die  Bestimmung der eröffneten gesellschaftsgeschichtlichen Periode als formationeller Übergang und damit das Konzept einer gesellschaftlichen Transformation noch zu wenig ausgearbeitet.

2.  Die vielstimmige, kontroverse Auseinandersetzung mit philosophisch-wissenschaftlichen Grundfragen im Anschluss an Marx geht weiter. So soll, mit Blick auf den maßgeblichen Kern des Marxschen Praxisdenkens, die Auseinandersetzung mit Beiträgen der neueren Marxinterpretation weitergeführt werden. Daran schließt die Aufgabe an, eine praxistheoretische Grundlegung der Gesellschaftswissenschaften weiter zu profilieren und im Paradigmenstreit zu behaupten

3. Fragen der Forschungsmethode der politischen Ökonomie heute bilden die Brücke zwischen Grundlegungsfragen und konkreteren Untersuchungen. Diese zielen letztlich auf eine wert-, reproduktions- und praxisanalytisch aufgeklärte Alternative der politischen Ökonomie und gesellschaftlichen Praxis. In diesem Zusammenhang kann die Kritik gängiger Wirtschaftslehren weiter vertieft werden. Darüber hinaus kommt es aber vor allem darauf an, im Schoße des Bestehenden vorhandene, konstitutive Elemente einer zukünftigen neuen Reproduktionsordnung und zivilisatorisch höher stehenden Sozialformierung zu fassen.

4. Mit dem Hinweis auf öffentliche Infrastrukturen oder Begriffen wie Sozialökonomie und Dritter Sektor werden wirtschaftsgeschichtlich markante Entwicklungen angesprochen, die mit der Entfaltung des Steuer-, Finanz- und Haushaltswesens des modernen Sozialstaates zusammenhängen. Inwiefern sind hier Bereiche gesellschaftlichen Arbeit angesprochen, die für eine zukünftige Reproduktionsordnung besonders bedeutsam sind?

5. Was herkömmlich als Maschinensteuer oder auch als Wertschöpfungsabgabe bezeichnet wird, ist wert- und reproduktionstheoretisch unzureichend erhellt und stellt möglicherweise einen wesentlichen Ansatz für eine politisch-ökonomische Intervention, für die Sozialpolitik, für die Wiedergewinnung gesellschaftlicher Kontrolle oder auch systemische Transformation dar.

6. Die kommunal verfasste urbane Praxis fungiert heute als Grundeinheit gesellschaftlicher Reproduktion und Lebenswirklichkeit. Welche kreativen Kräfte oder transformatorische Potentialität weist dieser Bereich der individuellen Reproduktion und Produktion des Öffentlichen, dieser Raum des Alltagslebens und der Zivilgesellschaft, diese Ebene demokratischer Selbstorganisation auf?
 

Publikation der Ergebnisse

Noch 2010 ist eine Publikation der Vorträge unter dem Titel Von der Systemkritik zur gesellschaftlichen Transformation in der Reihe Studien zur Philosophie & Wissenschaft gesellschaftlicher Praxis vorgesehen.
   

  Rückblick auf das Ereignis
    
Präsentation zum Verlauf der Tagung

Die Dokumentation umfasst die Vorstellung der Referenten, Hinweise zu deren Publikationen und Vortragsthemen sowie Bilder zum Tagungsgeschehen. Sie ist leicht zu überblättern und vermittelt einen schönen Eindruck von der gut besuchten, interessanten und gelungenen Tagung.

Dokumentation als PDF-Datei
    

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  Themenpark der PRAXIS-Tagung
 

 

 

 
Von der Systemkritik zur gesellschaftlichen Transformation
Programm und Studienmaterial zur Tagung am 26./27. Februar 2010

Tagungsort: Nachbarschaftshaus Gostenhof / Nürnberg  Adam-Klein-Str. 6 - U-Bahn U1: Haltestelle Gostenhof
   

Freitag, 26. Februar

 


19:30 - 20:00


Begrüßung der TeilnehmerInnen



20:00 - 22:00


 

  
Michael Brie (RLS-IfG Berlin)
Herausforderungen einer kritischen Transformationsforschung

Grundlagentexte:  Immanuel Wallerstein, Utopistik. Historische Alternativen des 21. Jahrhunderts.
                             Rolf Reißig, Gesellschafts-Transformation im 21. Jahrhundert. Vorwort 

Arbeitspapiere    : Michael Brie: Kapitalismus, Sozialismus, Eigentum und Wege der Veränderung
                             Immanuel Wallerstein, Theory Talk #13/2009
                             Klaus Steinitz: Zeithorizonte und Konzepte einer sozialistischen Transformation

IPkW-Ressourcen : Webseite Weltsystem und Weltentwicklung   
  

Samstag, 27. Februar

 


10:00 -  10:15


Einführung in den thematischen Zusammenhang



10:15 - 11:30

 
W. Schmied-Kowarzik (Kassel)
Die Herausforderung der Marx'schen Philosophie der Praxis
und aktuelle Positionen der Marxinterpretation

                     
Statement: Horst Müller zum Paradigma einer Konkreten Praxisphilosophie
  
Grundlagentexte:  Chr. Henning, Philosophie nach Marx.
                             Jan Hoff, Marx global. Entwicklung des internationalen Marx-Diskurses
                            
W. Schmied-Kowarzik, Die Kernstruktur der Dialektik der gesellschaftlichen Praxis
Arbeitspapiere    :  W. Schmied-Kowarzik, Karl Max als Philosoph der menschlichen Emanzipation 
                      Horst Müller, Vom Marxismus zur konkreten Praxisphilosophie 
IPkW-Ressourcen:   Webseiten Karl Marx  Marxismus Diskussion 2010    
  

   



11:45 - 13:00

 


Günter Buchholz (FH Hannover)
Das Verhältnis zwischen Ökonomie und Staat in der Neoklassik,
bei Keynes und in der marxistischen Theorie

        

Grundlagentexte: 
 John Maynard Keynes: Das Ende des Laissez-faire. Ideen zur Verbindung von Privat- und  Gemeinwirtschaft,
                              in: Keynes heute. Festschrift für Harald Mattfeldt  

                            
 Zinn, Karl-Georg: Mit Keynes zu einer anderen Wirtschaft. Zur Langfristperspektive keynesianischer Ökonomie
Arbeitspapiere    :  Alfred Müller, Günter Buchholz: Ein Vergleich von Neoklassik, Keynesianismus und Marxismus  
                              Norbert Reuter: Antizyklische Fiskalpolitik und defizit spending als Kern des Keynesianismus?  
                              Jürgen Leibiger: Marx oder Keynes - oder beide? 
IPkW-Ressourcen :  Webseiten Neoklassik und Kritik des Mainstreams Alternative Wirtschaftspolitik und Keynes
     

13:00 - 14:00

Mittagspause



14:00 - 15:15

 
Horst Müller (Nürnberg)
Zur wert- und reproduktionstheoretischen Grundlegung und
Transformation zu einer Ökonomie des Gemeinwesens

      
Grundlagentexte: Karl Marx, Das Kapital und die allgemeinen Bedingungen der Produktion.
                         
  Martin Bellermann, Sozialökonomie.  W.R. Wendt, Sozialwirtschaft - eine Systematik.

                            Susanne Elsen, Ökonomie des Gemeinwesens und gesellschaftliche Wertschöpfung

Arbeitspapiere   :  Eva Müller, Marxsche Reproduktionstheorie. Kritik der VGR
                           Horst Müller: Transformationsprozesse und Grundriss einer Systemalternative

                            WZBrief Arbeit: Der Dritte Sektor als arbeitsmarktpolitisches Experimentierfeld

                            J. Hirsch / Heinz Steinert: Sozialpolitik als Infrastruktur
IPkW-Ressourcen:  Webseiten Sozialstaat  Sozialökonomie  Sozialwirtschaft als Systemalternative 
  
   

  

15:30 - 16:45


Andreas Willnow (Leipzig)
Wertschöpfungsabgabe und Grundeinkommen als Bestandteile
eines Transformationskonzeptes? 

                             Statement: Hans Thie (Berlin) zu wirtschaftspolitischen Positionen der LINKEN

Grundlagentexte:  Andreas Willnow, Wertschöpfungsabgabe statt lohnbezogener Arbeitgeberbeiträge.
                             Andre Gorz: Auswege aus dem Kapitalismus 

Arbeitspapiere    :  Zukunftsmodell Wertschöpfungsabgabe 
                              Wertschöpfungsabgabe als Finanzierungsinstrument 
                    
         Rainer Roth: Bedingungsloses Grundeinkommen als Menschenrecht? 
                              Arbeitslosigkeit, Beschäftigungspolitik und öff. Investitionen bei Keynes 
                              Butterwegge: Grundeinkommen und soziale Gerechtigkeit  
IPkW-Ressource:     Webseite Sozialstaat 

    
   


 
17:00 - 18:15

 
Fernand Guelf (Berlin)
La revolution urbaine: Kreative Praxis
in der urbanen Gesellschaft

                   
   Statement: Rainer Fischbach (Berlin) zur zukunftsfähigen Gestalt der Stadt
  
Grundlagentexte:  Henri Lefebvre, Die Revolution der Städte.
                             
Walter Siebel: Die europäische Stadt 
                      David Harvey, The Right to the City
Arbeitspapiere    :  Fernand Guelf: Expose zu La revolution urbaine 
                              Deutscher Städtetag: Leitbild Stadt der Zukunft
                              DST-Thesenpapier Städtisches Handeln in Zeiten der Krise 
                              Spiegel-Artikel: Das Recht auf Stadt in Hamburg   
IPkW-Ressourcen:  Webseiten Kommunalverfassung Urbane Praxis  Henri Lefebvre 
  


18:15 - 18:30


Abschluss-Plenum
  

Samstag Abend

 


ab 20:00

 
Ausklang in der Galerie ARTELIER   Knauerstr. 3
                      
Mit einem politisch-kabarettistischen Beitrag von Michael Mansion (Saarlouis)

  

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Auf dieser Webseite:

Kapfinger, Emanuel: Die Sozialphilosophie in der Marxschen Werttheorie

Müller, Alfred: Sozialismus wohin? Zur Kontroverse zwischen Marktsozialismus und einem demokratischen und planenden Sozialismus.
  

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